Der Grötzinger Neck- oder Übernamen

Zwei Sagen erzählen von der Entstehung des Übernamens "Hottscheck". Nach der ersten hatten Franzosen die Glocke aus Grötzingen geraubt und auf Durlacher Gemarkung vergraben. Nach dem Raub kommt es zum Streit zwischen Durlachern und Grötzingern, wem die Glocke gehöre. Während des lautstarken Streites spannt einer der Grötzinger Bauern seine Ochsen vor den Wagen, auf den die Glocke bereits geladen ist, und treibt sein Gespann an, indem er ruft: "Hott, Scheck, Gretzinge zu!"

In der zweiten Fassung sind es neidische Leute aus Wolfartsweier, die die Glocke in Grötzingen stehlen, bei Durlach aber eingeholt werden. Man beschließt, die Zugtiere den Streit entscheiden zu lassen. An beide Enden des Wagens werden Zugtiere gespannt, doch die Entscheidung bringt erst ein Grötzinger Bauer, der mit dem Ruf "Hott, Scheck, Gretzinge zu!" auf seine Ochsen einschlägt. Wobei "hott" "rechts herum" heißt und mit Scheck ein scheckiger Ochse gemeint ist.

Die Sagen deuten offensichtlich eine ehemals starke Rivalität zwischen den genannten Gemeinden an, ihr wahrer Kern könnte die in Kriegszeiten versteckte wertvolle Glocke sein.

In Grötzingen erinnern der "Hottscheck-Brunnen" beim Rathaus und eine Darstellung am Treppengeländer des Rathauses, aber auch die Narrenzunft an den Neck- oder Übernamen.

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