Grötzingen - Geschichte kurz gefaßt II
Auf dem Turmberg hatten um 1100 die Herren von Hohenberg ihren Sitz. Diesen
folgten als weißenburgische Lehensherren die Grafen von Grötzingen. Auch Klöster wie
Gottesau, Herrenalb und Lichtenthal hatten im Dorf Besitzungen. Im 13. Jahrhundert kam der
Ort an die Markgrafen von Baden. Das Wappen, in dem bereits ein Turm zu sehen war, wurde
um das badische Wappen ergänzt.
Bereits im 12. Jahrhundert entstand auf Grötzinger Gemarkung die Stadt Durlach. Unruhen
brachte sicher der Bauernkrieg (1525).
Die Reformation gewann Einfluß. Seit 1556 wurden in Grötzingen evangelische
Gottesdienste gehalten.
Dr. Susanne Asche stellt in Ihrem Buch " Eintausend Jahre Grötzingen - Die
Geschichte eines Dorfes", Karlsruhe 1991, Seite 49 fest: Zusammenfassend läßt sich
sagen, daß Grötzingen um 1600 ein wohlhabendes Dorf war, dessen Felder und Rebberge
reiche Ernte brachten und dessen Höfe und Gebäude von einem geordneten Gemeinwesen
berichteten.
Doch all das sollte im folgenden 17. Jahrhundert zerstört werden, der Dreißig- jährige
Krieg, die Pest und weitere Kriege brachten dem Dorf und seinen Bewohnern Elend und
Armut."
Die Bevölkerung hatte keine Zeit sich zu erholen, allzu rasch folgten die Kriege
1689-1697 der Pfälzische/Erbfolgekrieg, 1701-1714 der Spanische/ Erbfolgekrieg, 1733 -
1735 der Polnische Erbfolgekrieg, 1740-1748 der Österreichische Erbfolgekrieg.
1762 war die Gemeinde durch Zuzug auf 1060 Bewohner angewachsen. Verbesserungen in der
Landwirtschaft wurden notwendig, die die Obrigkeit durchsetzte, Märkte wurden
eingeführt.
Zur Bevölkerung gehörten im 18. Jahrhundert auch jüdische Familien, die 1798 eine Synagoge erhielten.